Ein Slam-Erfolg von A bis Z

Ein Slam-Erfolg von A bis Z

66 junge Dichterinnen und Poeten trafen sich vom 10. bis 13. Juni 2015 im bayrischen Regensburg zu den deutschsprachigen Meisterschaften im u20 Poetry Slam. Auch acht junge Poeten aus allen Ecken der Schweiz waren dabei und dichteten, rappten und erzählten um den Titel des deutschsprachigen Champions.

Selbstgeschriebene Texte, fünf Minuten Zeit und keine Requisiten. Das sind die Grundregeln des Dichterwettstreits mit Wurzeln in Chicago. Das spezielle am u20 Slam: Die Teilnehmer sind allesamt Jugendliche, nicht älter als 20 Jahre. Ansonsten ist alles erlaubt. Ob Lyrik, Prosa oder Satire: Alles, was das Publikum zum Nachdenken, Weinen oder einfach zum Lachen bringt, ist erlaubt.

Von Krisensituation wegen Schreibblockaden, Lobeshymnen an die alten Disneyfilme bis zu lyrisch verfassten existentiellen Fragen. Einmal mehr wurde bewiesen, dass die Texte junger Slammer sowohl vielseitig wie auch tiefsinnig sein können.

Schweizer Line-up

Am mehrtägigen Festival waren nicht nur Dichter aus Deutschland und Österreich anzutreffen, sondern auch acht Jugendliche aus der Schweiz. Neben der u20 Schweizermeisterin Olga Lakritz stellten sich Lukas Lehner, Max Kaufmann, Joël Perrin, Sarah Altenaichinger, Jonas Balmer, June Stone und Hannes Schraner der Herausforderung.

In insgesamt sechs Vorrunden kämpften sie um den Einzug ins Halbfinale und damit um die Chance auf einen Finalplatz.

Diese Möglichkeit ergriffen gleich drei Schweizer: Joël Perrin und Jonas Balmer aus Zürich sowie Sarah Altenaichinger aus Basel.

Zehn Finalisten, zehn Geschichten.

In einem fast ausverkauften Audimax der Uni Regensburg, vor über 1000 Zuschauern, performten die besten 10 Jungslammer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Texte. Als Special Guest bot auch Marc Kelly Smith – der Erfinder des Slam-Formats – sein Können dar, ehe es zum grossen Finale kam. Drei Schweizer waren mit von der Partie:

Infernal lachend trat Sarah Altenaichinger auf die Bühne und verpackte die von ihr gesammelten Geschichten in wunderschöne Lyrik rund um alltägliche Situationen und besondere Momente.

Joël Perrin berichtete in ornithologischen Analogien vom Leben seines Grossvaters, wie er auf der Suche nach Freiheit vom Bauernhof seiner Kindheit loszog, um dann im öden Alltag eines Bankiers zu landen.

Jonas Balmer, welcher vom u20 Slam Bern nach Regensburg entsandt wurde, kritisierte in seinem Werk die Kritik an der Kunst und konfrontierte das Publikum mit der Frage, ob sich diese überhaupt richtig interpretieren lässt.

Seine Darbietung war aber scheinbar richtig gedeutet worden, denn sie sicherte dem jungen Zürcher den Einzug ins finale Stechen.

Schweizer holt sich den Titel!

In einem nervenaufreibenden Duell zwischen Jonas Balmer und seinen beiden deutschen Konkurrentinnen Jule Eckert und Sarah Lau konnte sich der Zürcher erfolgreich mit einer Performance zu seinem Wissen von A bis Z durchsetzen und sicherte sich so den Titel des deutschsprachigen u20 Slam-Champions.

Damit kehrt der Titel das erste Mal seit fünf Jahren in die Schweiz zurück und Jonas Balmer gesellt sich zusammen mit Lara Stoll und Laurin Buser in die Reigen der Schweizer u20 Champions.