Vier neue Schweizer Meister*innen im Poetry Slam

Die 15. Schweizer Meisterschaften im Poetry Slam sind vorbei und die neuen Champions stehen fest!
Karla Lamešić ist neue Schweizer Meisterin im Poetry Slam. Sie wurde vor rund 700 Zuschauer*innen im ausverkauften Stadttheater Bern gekürt. Sie setzte sich mit Texten zu
strukturellem Rassismus und sozialer Ungleichheit durch. Das Einzelfinale zeigte die gesamte Bandbreite der Szene: Von schwarzem Humor über existenzielle Fragen bis hin zu scharfer Sozialkritik. Karla Lamešić gewann mit Texten über Migration und ungleiche Zukunftschancen. Ihre Beobachtungen aus dem Alltag und ihre pointierten Bilder verdichteten sich im Finaltext zu einer eindringlichen Erzählung über ein migrantisches Kind, dessen Träume weniger ernst genommen werden als jene eines “Lukas”.
Neben ihr standen mit Remo Zumstein und Ianique Sägesser zwei starke Berner Stimmen im Finalstechen, die auch markante Akzente setzten: Ein Text über den eigenen Tod als Konsumfrage, poetische Sprachbilder zum Unterwegssein und leise Reflexionen über Beziehungen und Vergänglichkeit unterstrichen die thematische Vielfalt.
Das Einzelfinale war geprägt von einer auffällig starken neuen Generation. Viele der Finalist*innen standen erst seit kurzer Zeit auf der Bühne und überzeugten dennoch mit grosser sprachlicher Präzision.
Seit ein paar Jahren ist sie spürbar, diese frische Slam-Generation, in dieser Meister*innenschaft wurde sie sichtbar: Im Einzelfinale standen mehrheitlich neue Gesichter.
Im Teamfinale setzte sich SlamKinsey & Co., bestehend aus Karla Lamešić und Joël Perrin mit einem vielschichtigen Text über Geschlechterrollen, Alltagssexismus und patriarchale Strukturen durch – eine dichte, sprachlich fein gearbeitete Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen.

Im Jugendfinale überzeugte Aimée Pfund mit einer kämpferischen Ode an die Kunst und stellte deren Rolle in Krisenzeiten in den Mittelpunkt: „Kunst ist Rebellion“.

Rund 2’300 Besucher*innen
Erstmals wurde die Schweizer Meister*innenschaft dezentral im ganzen Kanton Bern durchgeführt. Rund 2’000 Besucher*innen verfolgten die sieben Wettbewerbe in Langenthal, Thun, Burgdorf, Biel und Bern. Mit den beiden Warm-Up Shows in Biel und Bern an Ostern und der Berner Jugendqualifikation Mitte März zählt das Live-Literaturfestival über 2’300 Besuchende.